Rechtsmediziner: Bei 10.000 überprüften Totenscheinen waren nur 223 ohne Fehler

Rechtsmediziner warnen momentan, dass es bei Leichenschauen in Deutschland alles andere als sorgfältig zugeht. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Rostock überprüfte 10.000 Todesbescheinigungen aus Rostock und Umgebung aus drei Jahren. Davon waren nur 223 fehlerfrei.

Sie fanden einen besonders krassen Fall, bei dem in der Todesbescheinigung angegeben wurde, dass ein Verstorbener eines "natürlichen Todes" gestorben sei. Allerdings wurde im Brustkorb des Toten eine Stichwunde entdeckt. Verbrechen oder Behandlungsfehler bleiben also unentdeckt.

Der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Goethe-Universität sagt, dass es in Deutschland eher die Regel als die Ausnahme sei, dass Totenscheine voller Fehler sind. Tatsächlich werden in kaum einem anderen westlichen Land so wenige Obduktionen durchgeführt wie in Deutschland.

Datum: 04.12.2017 | 12:14

Webreporter: WalterWhite

Quelle: spiegel.de
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